Auf den Spuren der Geschichte

Von den Mamuts über die Bronzezeit bis hin zu den Römern.

Das Traisental zählt zu den archäologisch bedeutendsten Stätten in Österreich und war schon in der Urzeit (bis 40.000 v. Chr.) besiedelt. Am anschaulichsten erfährt man im Urzeitmuseum in Nußdorf, wie unsere Vorfahren einst lebten.

Steinzeit

Steinzeit nennt man den Zeitabschnitt zwischen 40.000 bis 2.300 v. Chr. Die Menschen lebten vom Jagen und Sammeln. Mammuts waren die „begehrtesten“ Jagdtiere.

In der Tundrenlandschaft des Traisentals lebten zu jener Zeit Rentiere, Pferde und Mammuts. Eine Rekonstruktion eines Mammuts steht imposant und weithin sichtbar vor dem Urzeitmuseum in Nußdorf.

Das Mammut

Die riesigen Mammuts sind die Vorfahren der heutigen Elefanten. Wie groß Mammuts waren, zeigt das originalgetreue Modell vor dem Urzeitmuseum in Nußdorf. Er wurde aus 1,5 Tonnen Gips und 1.500 Litern Montageschaum hergestellt und mit 3.300 Kilo Kunststein ausgegossen. Das Museum zeigt auch einen original Mammutstoßzahn mit einer Länge von 3,3 Metern.

Aus der Altsteinzeit

Von der Altsteinzeit (bis 6.000 v. Chr.) zeugen hauptsächlich tierische Knochen- und Zahnfunde. Feuersteingeräte und Werkzeuge weisen auf menschliche Spuren hin. Neben organischen Materialien (Felle, Sehnen, Knochen, Geweihe, Holz, Gräser) verwendete die urzeitlichen Menschen vorwiegend Feuersteine, um Werkzeuge und Waffen herzustellen.
Die Steine wurden bearbeitet und zu Klingen geformt. Diese Klingen hatten scharfe Schneiden. Sie eigneten sich als Messer oder wurden als Schaber, Kratzer, Stichel, Bohrer, Speer- und Pfeilspitzen verwendet.

Aus der Jungsteinzeit

Etwa ab 6.000 v. Chr. entstanden erste Siedlungen. Sie bestanden aus Einzelhöfen, aber auch aus Hofgruppen oder sogar kleineren Dörfern. Die Häuser waren aus Holz in Pfostenbautechnik errichtet und bis zu 45 Meter lang. Sie dienten jeweils einer Großfamilie als Wohn- und Wirtschaftsräume. Ihre Wände bestanden aus mit Lehm beworfenem Flechtwerk, die Dächer waren stroh- oder schilfgedeckt. Daneben gab es kleinere Wirtschaftshütten, Vorrats, Lehmentnahme- oder Abfallgruben sowie kuppelförmige Backöfen.
Zu den bedeutendsten Funden zählen kugelige Tongefäße, auch Bruchstücke, mit charakteristischer Notenkopfverzierung und flache Schalen, auch Steingeräte wie Beile und Keulen. Aus Geweihschaufeln wurden Hacken und Hauen hergestellt, aus Bein verschiedene Kleinobjekte, vor allem Angelhaken.

Bronzezeit

Die Bronzezeit reicht von 2.300 bis 750 v. Chr. Dörfer entstanden, Wein- und Ackerbau wurden betrieben. Typische Funde sind Grabbeigaben wie Schmuck und Gefäße aus Bronze und Metall.

Das Untere Traisental war in der Frühbronzezeit (ab 2.300 v. Chr.) dicht besiedelt. Die Menschen lebten von der Landwirtschaft. Handwerk und Handel sicherten einen beachtlichen Wohlstand.
Aus der frühen Bronzezeit (2.000 v. Chr.) stammt der älteste Weinkern Österreichs, der im Traisental gefunden wurde.
Eisenzeit
Die Eisenzeit dauert von 750 bis 15 v. Chr. Zu jener Zeit siedelten Kelten im Traisental. Sie gaben dem Tal seinen Namen. Das rasch fließende Gewässer nannten sie „Tragisa“ (die schnell Fließende).

Römer

In den ersten Jahrhunderten n. Chr. war das Traisental Teil der römischen Provinz Noricum. In Traismauer entstand ein Militärlager. Die Römer waren bereits geübte Weinbauern.
Um Christi Geburt bis etwa 300 n. Chr. lebten Römer an der Donau und im Traisental. Sie errichteten und schützen den Limes, den Grenzwall nach Norden.
Römische Spuren sind heute noch im Traisental zu sehen. Zum Beispiel das Römertor, der Hungerturm und der römische Brunnen in Traismauer.

Von römischer Lebenskultur zeugt auch der Wein, denn Wein war für die Römer ein wichtiges Getränk. Soldaten bekamen ganz selbstverständlich ihre tägliche Ration, bei Festen wurde dem Wein ausgiebig zugesprochen. Die Römer waren auch Feinspitze und geübte Gärtner. Sie kannten die Kunst der Obstveredelung und gaben diese Fertigkeit an die Traisentaler weiter, die sie bis heute mit viel Engagement pflegen.