Die Geschichte des Traisentals

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Weinkultur pur: Den Kelten verdankt das Traisental seinen Namen, den Römern die Kunst des Weinbaus.

Zwischen der Donau und der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten liegt das Traisental. Seit Urzeiten ist das fruchtbare und klimatisch begünstigte Traisental ein beliebter Lebensraum.

Das Weinbaugebiet Traisental – auf dem Gesetzespapier existiert es erst seit 1995.  Wein wuchs entlang des namensgebenden Flusses aber bereits vor Jahrtausenden. Die Grabbeigabe in einer bronzezeitlichen Nekropole in Gestalt einer wilden Weinrebe in Franzhausen stellt Österreichs ältesten gefundenen Beweis für das Vorkommen der Wildfrucht Vitis Vinifera dar.  Sie wächst heute noch in den Donau-Auen und gedieh offensichtlich bereits um 1.600 v. Chr. im Traisental. Kultiviert und getrunken wird hier der Wein ebenfalls schon seit langer Zeit. Ein keltischer Bronzeeimer mit festlichen Trinkszenen aus dem Jahre 450 v. Chr.  wurde bei Grabungen in der Region gefunden.

Die Römer brachten zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. neue Techniken zum Ausbau des Weins in die Region. Am Donaulimes, dem römischen Grenzwall, war Traismauer damals ein wichtiges Kastell und bis ins 5. Jahrhundert hinein mit Truppen belegt.

Im achten Jahrhundert gehörte das Traisental zum Missionsgebiet des Bistums Salzburg. Weinbaugebiete um Traismauer, Wagram ob der Traisen und Oberwölbling werden in der Auflistung der landwirtschaftlichen Nutzungsformen des Erzstifts Salzburg aus dieser Zeit angeführt. Die Reihung von Weinbergen an erster Stelle in diesen Listen beweist den Stellenwert, den Wein bereits damals im Traisental hatte. 

Am Ende des 16. Jahrhunderts war der Donauraum das Zentrum des niederösterreichischen Weinbaus. Nach einigen Missernten und damit verbundenen Exportverboten und Preissteigerungen verschlechterte sich jedoch die Lage und man ging vermehrt zur Bier- und Mostproduktion über. Erst in der Wiederaufbauphase nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) begann die Weinbaufläche wieder zu wachsen und Weinbau wurde zunehmend prägend für die örtliche Kulturlandschaft. 

Die im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts angelegten Kellergassen formen auf charmante Art und Weise noch heute viele Ortschaften im Traisental. Die Ahrenberger und Eichberger Kellergassen zwischen Sitzenberg-Reidling und Traismauer bilden zusammen mit 123 Kellern die längste ganzjährig bewirtschaftete Kellergasse Niederösterreichs.

Eines der jüngsten Weinbaugebiete Österreichs

1995 löste sich das Traisental durch eine Gesetzesnovelle aus dem „Donauland“ und wurde als eigenes Weinbaugebiet definiert. Rasch entschloss man sich, für die besonders gebietstypischen Weinstile eine geschützte Herkunftsbezeichnung zu schaffen. Seit dem Jahrgang 2006 darf schließlich fruchtig-würziger Grüner Veltliner und elegant-mineralischer Riesling die Bezeichnung „Traisental DAC“ auf dem Etikett tragen. Das Gebiet wurde 2015 um die Gemeinden Würmla und Atzenbrugg im Osten erweitert und ist eines der wenigen flächenmäßig dynamisch wachsenden Weinbaugebiete in Österreich.