Weine mit puristischer Eleganz

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Im Traisental führt der Grüne Veltliner Regiment.

Herkunftstypische Grüne Veltliner und Rieslinge werden seit dem Jahrgang 2006 als Traisental DAC Weine vermarktet. Die Winzer legen einen klaren Fokus auf die beiden Rebsorten: Ihre Anbaufläche macht knapp zwei Drittel des gesamten Gebiets aus. Daraus entstehen jene Weine, die das Terroir des Gebiets, einzelner Orte und bester Lagen präzise widerspiegeln.

Traisental DAC

Mit dem Traisental gibt es insgesamt acht niederösterreichische Weinbaugebiete, sechs davon sind aktuell DAC-Gebiete, in denen klare Regeln festlegen, welche Weine unter dem Eigennamen des Weinbaugebiets vermarktet werden dürfen. 

Eine klare Ausrichtung auf das Wesentliche liegt der Entscheidung der Traisentaler Winzer zugrunde, gebietstypische Grüne Veltliner und Rieslinge seit dem Jahrgang 2006 unter der Herkunftsbezeichnung „Traisental DAC“ auf den Markt zu bringen.

Liest der Konsument also die Bezeichnung „DAC“ oder „Districtus Austriae Controllatus“ hinter dem Namen eines Gebiets auf dem Etikett, kann er sicher sein, dass die Flasche einen gebietstypischen Wein enthält. 65 % der Weingärten sind mit den beiden Rebsorten bepflanzt – das ist ein starkes Bekenntnis zu herkunftstypischen Weinen wie in kaum einem anderen Weinbaugebiet Österreichs. Warum? Die überwiegend jungen Winzer sind sich einig: sie verstehen sich als Übersetzer, um die Weine die Sprache der größtenteils kalkreichen Böden und des kühlen Klimas sprechen zu lassen. Sie stellen Terroir vor Ausbau.  Sensibler Individualismus zeigt sich durch den wohldosierten Einsatz von persönlicher Handschrift.

Neben den DAC Weinen findet sich eine spannende Weinvielfalt unter der Bezeichnung „Niederösterreich“, da diese für die Betriebe den Spielraum schafft, ihren individuellen Stil neben den gebietstypischen Vertretern auszudrücken.

Rebsorten

Die Besonderheit der Weine aus dem Traisental liegt zu einem Gutteil im Terroir begründet. Der Boden besteht hier überwiegend aus kalkigen Sedimentgesteinen. Diese fordern die Reben dazu heraus, ihre Wurzeln in die Tiefe zu treiben und verleihen den Weinen ein sehr eigenständiges Profil mit kräftigem Körper und festem Rückgrat.

Grüner Veltliner - Stilistischer Alleskönner
Der Siegeszug dieser Rebsorte in Österreich begann in den 1950er-Jahren. Heute ist sie die wichtigste heimische Rebsorte und wird auf 14.423 Hektar angebaut. Im Traisental wächst er sogar auf 58,6 % (477 ha) der mit Wein bepflanzten Fläche.
In seiner langen Entwicklungszeit hat sich der Grüne Veltliner optimal an die Standortverhältnisse Österreichs im Allgemeinen und des Traisentals im Besonderen angepasst. Die vielseitige Sorte ist ein Alleskönner und erbringt unter den herrschenden geologischen und klimatischen Bedingungen je nach Ertragsregulierung, Lage und Ausbau verschiedene Weinstile:  duftig- frische Weine mit knackiger Säure sowie große Weine, die mit Extrakt, Dichte und Lagerpotenzial punkten. Hier entstehen Weine, die sich sensorisch stets durch eine unverwechselbare Frische und Geradlinigkeit bei lebendiger Säurestruktur auszeichnen. Neben den Fruchtaromen von Zitrusfrüchten sowie Kern- und Steinobst finden sich speziell im Traisental auch würzige Komponenten und mineralische Anklänge. Oft macht sich ein typisch würziger Pfefferton bemerkbar.

Riesling
Den höchsten prozentuellen Anteil an der Gesamt-Rebfläche findet man mit 17,4 % in der Wachau (235 ha), im Traisental sind immerhin 6 % (49 ha) der Rebflächen mit Riesling bepflanzt. 
Je nach Standort und Erntezeitpunkt entstehen unterschiedlich nuancierte Weine.  Im Traisental zeigen sie jugendlich frische, charmante Fruchtigkeit und eine Prise Salz im Abgang. Die Finesse reifer Weine setzt sich hier zusammen aus einem grundsätzlich kühlen Charakter mit präziser Ausrichtung, den Aromen reifer Marillen, Pfirsiche oder exotischer Früchte und einer mineralischen Note. Bemerkenswert ist das markante Säurerückgrat des Rieslings, wodurch er sich sowohl für die Herstellung edelsüßer Prädikatsweine hervorragender Qualität auszeichnet, als auch für die Versektung.

Weißweinreichtum
Abseits der Liebeserklärung an den Grünen Veltliner und den Riesling (gemeinsam ca. 65 % der Rebfläche) hegen und pflegen die Traisentaler Winzer eine Vielfalt an Rebsorten. Diese erklärt sich einerseits durch die Zusammensetzung der Böden des Gebiets, andererseits durch die historisch gewachsene und heute noch sehr lebendige Heurigenkultur.
In den beiden Großlagen westlich (Parapluiberg) und östlich (Venusberg) der Traisen weisen die Böden einen hohen Kalkanteil auf. Dort fühlen sich Burgundersorten ausgesprochen wohl und er- bringen Weine mit sanfter, geschmeidiger Textur, präziser Aromatik und eleganter Vielschichtigkeit.
Besonders beliebt sind die sogenannten „Schmeckerten“, also aromabetonte Weine wie Muskateller oder Sauvignon Blanc, die Trinkvergnügen auf hohem Niveau bereiten. Als idealer Speisenbegleiter gilt außerdem der Gemischte Satz, bei dem verschiedene Rebsorten gleicher Farbe im Weingarten zusammen angebaut und in Folge verarbeitet werden. Auch die selten gewordene autochthone Spezialität Frühroter Veltliner ist hier noch zu finden, die milde, herb-aromatische Weine erbringt.

Rotweinspektrum
Von Rot und Rosé - auf etwa 140 ha wird Rotwein kultiviert.
Wenn auch nicht mengen-mäßig, so doch qualitativ eindrucksvoll, sind St. Laurent und Pinot Noir, die zu den bemerkenswert noblen und lagerfähigen Gewächsen des Gebiets zählen. Außerdem sind hier noch drei weitere niederösterreichische Rotweinspezialitäten zu finden: der farbintensive Blauburger mit seiner zarten Holunderbeeren-Aromatik und der Blaue Portugieser, der vor allem leicht gekühlt durch seine Saftigkeit überzeugt. Nicht unerwähnt bleiben darf der Zweigelt. Vom klassischen Ausbau bis zum Reserve-Stil ist er aufgrund seiner markanten Kirschfruchtigkeit und samtigen Tannine nicht nur ein vollmundiger Speisenbegleiter, sondern kann auch ein selbstbewusster Solist sein.
Auch der internationale Trend hin zu qualitativ hochwertigen Rosés ist im Traisental nicht unbemerkt geblieben. So legen immer mehr Winzer Wert auf anspruchsvolle Roséweine in ihrem Portfolio, die nicht nur durch ansprechende Fruchtigkeit überzeugen, sondern auch durch Struktur und Ausdruckskraft.